Die vier schlimmsten Bösewichtarten und wie man sie vermeidet

Sie sollen schlecht sein. Sie sind ja böse. Oder nicht?

Böse, ja. Aber das heißt nicht, dass Du Deinen Bösewichten weniger Zeit widmen und sie weniger ausarbeiten musst, schließlich sind sie ja auch Charaktere.

Und damit genau das nicht passiert, zeige ich dir die vier schlimmsten Arten von Fail-Bösewichten und wie man sie vermeidet.

  1. ICH BIN BÖSE, WEIL ICH ES KANN!1!11

Wer würde freiwillig von sich behaupten, der Bösewicht zu sein? Ihr müsst daran denken, dass jeder der Held seiner eigenen Geschichte ist. Der Bösewicht weiß nicht, dass er böse ist. Er hält sich für gut und er hat vermutlich auch Gründe für sein Handeln.

Ihr müsst ihm nur gute Gründe für sein Verhalten suchen und fertig ist der Bösewicht. Jetzt denkt ihr vielleicht: Hm, mein Bösewicht könnte ja die Weltherrschaft wollen. Aaaaber halt:

2. ICH WILL DIE WELTHERRSCHAFT!1!11

Was? Wieso willst du das? Hast du eine Ahnung, wie viel Arbeit das ist?

Kein normaler Mensch wird sich eines Tages in den Kopf setzen, die Weltherrschaft zu wollen. Seine Ländereien erweitern, okay. König werden, weil man mit dem Herrscher unzufrieden ist, meinetwegen.  Aber die Weltherrschaft ist so hoch gegriffen und theatralisch, dass sich die Figur selbst parodiert. Mich erinnern diese Bösewichte immer an Dr. Heinz Doofenschmirtz auf Phineas and Ferb. Just saying.

3. ICH BIN SO PÖÖHSE (sagen alle zumindest immer)!1!11

A: „Lisa ist so böse.“

B: „Ja, Mann.“

A: „SOO böse.“

C: „Wieso, was tut sie?“

B: „Sie ist halt voll böse.“

Diese Bösewichtart taucht gern in Form der blonden Zicke auf, die eigentlich nicht zickig ist und deren einziges Verbrechen ist, blond zu sein. Von Anfang an sagen alle Charaktere, wie unfassbar böse die doch wäre, aber irgendwie sieht man sie kein einziges Mal Schlechtes tun.

Auch oft gesehen ist der pööhse, pööhse König, der einfach den ganzen Tag nichts tut und den man besiegen muss, weil Keksbaum.

Keksbäume sind sicher toll, aber wir brauchen bessere Begründungen.

Zeigt einfach, wieso der Antagonist einer ist, statt es nur zu sagen. (Show, don’t tell, wie man so schön sagt.)

Ich finde es zum Beispiel ziemlich böse, Menschen zu versklaven und zu verkaufen. Einen Spielplatz niederwalzen zu lassen, um ein Bürogebäude zu errichten.

Man merkt schon, Geld ist die beste unmoralische Motivation. Sollte es keine besonderen Gründe für das Handeln Deines Bösewichts geben, kannst du diese immer nutzen.

4. ICH WURDE ALS KIND MAL GESCHUBST, ICH DARF DAS!1!11

Ach ja, die tragische Kindheit. Gern kombiniert mit dem Verlangen nach Weltherrschaft.

Ich bezweifle, dass es Ereignisse gibt, die einen Menschen plötzlich böse machen. Du entscheidest ja (hoffentlich?) auch nicht, alle Menschen zu versklaven, weil dein Haus abgebrannt ist.

Natürlich sollten Erlebnisse den Antagonisten beeinflussen. Das heißt aber eher, dass ein Brand die Angst vor Feuer auslöst. Ein Verrat ständiges Misstrauen. Ein tragisches Erlebnis sollte aber nicht völlig zusammenhanglos den Charakter der Figur ändern.

So, das war’s. Schau doch mal bei der Leseprobe zu Erbin der Zeit 1 vorbei, wenn Du willst.


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