Der Anfang des Buches

Welt, Charaktere, Plot, alles da?

Wenn nicht besuch mal:  Tipps: Worldbuilding oder Wie man gute Charaktere schreibt oder Wie man plottet

Wenn ja: Los geht‘s! Eröffne ein Dokument und fang an!

Falls Du Dich noch nicht für eine Perspektive entschieden hast, musst Du das jetzt tun. Welche am besten ist? Überlege einfach, was zu deinem Buch passt. Mann kann sowohl in erster als auch dritter Person Nähe zum Leser schaffen und hat allgemein dieselben Möglichkeiten. Nimm also einfach, was dir gefällt.

Nun gut, dann schreiben wir jetzt los.

Und das Problem ist da: Der erste Satz. Man sagt oft, dass der erste Satz unfassbar besonders sein muss und den Leser sofort in den Bann ziehen soll. Ähm nein. Ich habe noch nie erlebt, dass ich von einem Satz so begeistert gewesen wäre, dass ich sofort um jeden Preis weiterlesen wollte. Bei einer Seite schon, doch ein paar Worte reichen da nun mal nicht aus. Deshalb: Falls Dir nichts Spektakuläres einfällt, Finger weg von möchtegern-interessanten Anfängen. Was ich sehr wohl erlebt habe, sind verkorkst poetische Sätze, die irgendwie nichts ausgesagt haben und derart verschachtelt waren, dass ich das Buch aus der Hand gelegt habe. Also tut es ein unauffälliger, solider Beginn auch.

Aber was ist überhaupt die erste Szene? Nun, du musst den Zeitpunkt finden, der kurz vor dem Ereignis liegt, das den Plot anstößt. Dabei gibt es sonst keine Einschränkungen, ich wiederhole, keine Einschränkungen. Ja, man darf seinen Charakter aufwachen und in den Tag starten lassen, wieso auch nicht? Ich werde nie die Verteufelung eines Tagesbeginns am Buchanfang verstehen.

Und wenn sich die Figur danach im Spiegel ansieht und beschreibt, dann bleibt der Leser wenigstens nicht siebzig Seiten über das Aussehen des Protagonisten im Dunkeln.

Nach der ersten Szene sollte es auch bald mit der Handlung losgehen, allerdings nicht, ohne die Welt, in der das Buch spielt, zu erklären. Ich persönlich finde es immer gut, ein, zwei oder maximal fünf Seiten aus dem Alltag des Hauptcharakters zu schreiben, damit man in die Geschichte hineinfindet und dann auch direkt loszulegen. Vielleicht ist man geneigt, sich in den schönen Details der Welt zu verlieren, aber die kann man auch in die Handlung einbetten. Niemand liest gern hundert Seiten, in denen nichts geschieht, außer die Erklärung der Welt, der Alltag etc. Eine Ausnahme würde es wohl bilden, wenn der Alltag des Charakters gerade drastisch verändert wurde und dies die Geschichte ins Rollen bringt. Aber als Faustregel gilt, wie ich finde: Nicht mehr als ein Prozent der Seitenzahl sollte Vorbereitung auf die Geschichte sein.

Wer sich jetzt fragt, ob ein Prolog sinnvoll ist, erfährt nächste Woche mehr, da schreibe ich etwas darüber.


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