Wie schreibt man ein Exposé?

Wenn Du Dich für die traditionelle Veröffentlichung bei einem Verlag entschieden hast, musst Du für gewöhnlich allen Agenten, denen Du das Buch vorstellten willst, ein Exposé zukommen lassen. Hier findest Du heraus, was genau Du tun musst.

1: Was ist ein Exposé überhaupt?

Als Exposé bezeichnet man eine kurze Zusammenfassung des Manuskripts, die die Grundidee, die Hauptfiguren und den Handlungsverlauf darstellt.

2: Wie schreibt man eines?

Bevor du beginnst, solltest Du auf den Seiten der Verlage oder Agenten, die Du anschreiben möchtest, herumsuchen und herausfinden, wie genau die sich das Exposé vorstellen. Es ist gut möglich, dass jedes Unternehmen andere Vorstellungen von der Länge des Exposés hat, jedoch lässt sich meist ein Mittelweg finden, der allen zusagt. Das heißt, wenn ein Agent 1-2 Seiten haben will, der andere aber 2-4, schreibst du eben zwei und kannst das gleiche Exposé an beide schicken.

So, jetzt können wir beginnen. Folgende Angaben müssen auf jeden Fall drauf:

  • Dein Name und ggf. dein Pseudonym und Kontaktdaten (auf jedem(!) Blatt, nicht nur auf dem ersten)
  • Arbeitstitel, Umfang und Genre
  • Gehört das Buch zu einer Reihe? Wie weit ist diese schon geschrieben?
  • Zielgruppe
  • Perspektive der Geschichte
  • Zusammenfassung des Kerninhaltes in 1-3 Sätzen
  • Inhaltsangabe
  • Charakterentwicklung der wichtigsten Figuren

Die ersten Punkte dürften selbsterklärend sein, aber ab der Zielgruppe wird es schwierig. Diese musst Du so genau wie möglich bestimmen. „Für Jugendliche“ ist nicht besonders genau. Jugendliche zwischen 12 und 18, die sich für die Antike und Fantasy interessieren, wie die Zielgruppe von Erbin der Zeit lautet, gut da schon mehr Preis. Der Verlag nimmt Dein Buch nur auf, wenn er weiß, wem er was verkaufen soll. Behalte diese beiden Fragen beim Exposé Schreiben immer im Hinterkopf.

Die Inhaltsangabe sollte die 2000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) nicht überschreiten. Es geht schließlich um den Kernkonflikt des Buches und nicht um jedes Detail. Es ist nicht mal nötig, die Hauptperson zu beschreiben. Einfach den Namen nennen und schreiben, was dieser zu Anfang des Buches widerfährt.

Ein negatives Beispiel wäre also:

Xaenym, ein sechzehnjähriges Mädchen, das mit ihrer Mutter Annie in Chicago ein gewöhnliches Leben führt, erfährt eines Tages, dass sie die Tochter des Titanen Chronos ist.

Besser wäre: Xaenym Davine erfährt, dass sie die Tochter des Titanen Chronos ist.

Außerdem hat die Inhaltsangabe nicht den Sinn, Spannung zu erzeugen. Sicher, du willst Dein Buch vermarkten, aber der Verlag oder Agent will eine sachliche Zusammenfassung, um einen Überblick zu erhalten, keine Cliffhanger. Wenn er nicht versteht, wie Du den Konflikt auflöst, nimmt er das Schlimmste an: Auf unlogische Art! Also erkläre auch das Ende der Geschichte.

Nun kommen wir zur Charakterentwicklung. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, um etwas über die Hauptperson zu sagen.

In Wie man gute Charaktere schreibt habe ich erklärt, wie Du Charaktere ausarbeitest und zum Leben erweckst. Jetzt ist es an der Zeit, anderen zu zeigen, was Du geschaffen hast. Wichtig ist, dass alles einen Sinn macht und aus einem Erlebnis folgt.

Negatives Beispiel:

Xaenym ist zu Anfang sehr selbstüberzeugt und wird dann mutig.

Ergibt nicht viel Sinn, richtig? Wieso wird sie so?

Besser wäre also:

Zu Anfang ist Xaenym sehr selbstüberzeugt, da sie an ihrer Schule als beliebt galt und daher jeder vorgegeben hat, sie zu mögen. In ihrem neuen Umfeld existiert Beliebtheit kaum noch, weshalb besonders Jannes Kritik an ihrer Persönlichkeit äußert, durch die Xaenym ins Zweifeln gerät. Auch ein Geheimnis, das etwas mit ihr zu tun zu haben scheint, verunsichert sie.

Im Kampf gegen die Krieger der griechischen Götter sieht sie sich mehrfach gezwungen, Risiken einzugehen, um ihr Leben zu retten, wodurch sie Mut entwickelt. Die Anerkennung, die sie dafür erhält, bestärkt sie. Xaenym erkennt, dass ihr altes Leben nicht mehr als eine Lüge war und lässt ihre Arroganz hinter sich, entschlossen, das Geheimnis zu lüften und mehr aus ihrem Leben zu machen.

(Dieser Abschnitt war spoilerfrei, was er im originalen Exposé jedoch nicht war.)

Spannungserzeugende Wörter wie ‚plötzlich‘ haben in der Zusammenfassung nichts zu suchen, da sie die Neutralität des Textes stören würden.

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